| Der Spezialist |
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Auf einen wie ihn warten sie sehnsüchtig. Wenn Antonio da Silva in diesem Sommer vom "kleinen" 1. FSV Mainz 05 zum "großen" VfB Stuttgart wechselt, hat er eine große Aufgabe im Gepäck.
Der 27-Jährige soll bei den Schwaben für neue Kreativität sorgen, vielleicht sogar in der Rolle des Spielmachers – es sei denn, die Stuttgarter finden noch einen Hochkaräter für die Position der Nummer 10, die seit dem Weggang ihres weißrussischen Dribbelkönigs Aliaksandr Hleb zum FC Arsenal zunächst verwaist war, bevor sie im System von Giovanni Trapattoni total aufgelöst wurde. Während sich der VfB einst rühmte, von der Jugend bis zu den Profis durchgängig ein 4-4-2 mit Mittelfeldraute zu spielen, operierte der italienische Trainer mit einem 4-3-3 oder 4-2-2-2. Nachfolger Armin Veh machte es dem Maestro mangels passendem Personal nach. Da Silvas Aufgabe wird es sein, die Angreifer des VfB besser in Szene zu setzen. Wie ineffektiv die Offensive der Stuttgarter derzeit agiert, beweist die Statistik. Für ein Team mit gehobenen Ansprüchen schießt der VfB erstens generell zu wenig Tore und zweitens viel zu wenige nach Standardsituationen. Was Letzteres betrifft, hat Stuttgart mit da Silva eine gute Wahl getroffen. Nicht nur, dass die Mainzer nach dem 28. Spieltag in der Statistik "Tore durch, beziehungsweise nach Standardsituationen" mit 17 Treffern weit oben in der Bundesliga rangieren und der VfB weit abgeschlagen (4) die Rote Laterne trägt. An neun der 17 Mainzer Tore war Linksfüßer da Silva beteiligt, zweimal durch einen direkt verwandelten Freistoß, siebenmal als Vorlagengeber per Eckstoß oder Freistoß.Bei der Ausführung von Standards kann sich Stuttgart auf eine echte Verstärkung freuen. Seit dem Karriereende von Krassimir Balakov 2003 war ein Spezialist schmerzlich vermisst worden. "Antonio da Silva ist ein idealer Kreativspieler, bei Standards stark und torgefährlich", weiß Armin Veh. Und Teammanager Horst Heldt betont: "Er ist ein brillanter Techniker, verfügt über ein sensationelles Auge und kann ein Spiel lenken." Aber kann da Silva auch eine echte Nummer 10 sein? "In Mainz habe ich nie mit einer Raute hinter den Spitzen gespielt", resümiert der gebürtige Brasilianer seine zu Ende gehende dreijährige Wirkungszeit im Team von Jürgen Klopp. Der Trainer hat ihm beigebracht, aggressiv nach hinten zu arbeiten, was zuvor ein Manko war. Da Silva spielt auf der linken Außenbahn, im halblinken und zentralen offensiven Mittelfeld. Von seinen Anlagen her wäre er links in der Raute am besten aufgehoben. Ans Gottlieb-Daimler-Stadion hat er eine unschöne Erinnerung. Dort gab da Silva am 8. August 2004 sein Bundesliga-Debüt. "Ich war schlecht", gibt er zu. Am ersten Bundesligaspieltag nach dem Sensationsaufstieg der Mainzer machten ihm aber nicht nur die Gegenspieler beim 2:4 zu schaffen. Sein Körper drohte zu streiken, ihm war schwindlig. "Nach einer halben Stunde hatte ich keine Kraft mehr", erinnert er sich. In der Pause wurde da Silva ausgewechselt, kicker-Note 5. Im zweiten Bundesligajahr von Mainz 05 ist er längst zu einer der tragenden Säulen avanciert – auch wenn er manchmal Konstanz vermissen lässt. Stuttgart macht für die Verpflichtung einiges locker: 1,8 Millionen Euro falls Mainz in der Bundesliga bleibt, knapp eine Million Euro im Fall eines Abstiegs. Ein Bruchteil dessen, nämlich 120 000 Euro, hatte Mainz vor drei Jahren an den Regionalligisten SV Wehen bezahlt. Dort hatte da Silva die Freude am Fußball wieder gefunden, die bei Eintracht Frankfurt verloren gegangen war, wo er sich vom Trainer verkannt fühlte. "Toni war jung, hatte noch nicht begriffen, was es bedeutet, Profi fußball zu spielen", erinnert sich Trainer Horst Ehrmantraut. Inzwischen scheint da Silva, der seit rund 16 Jahren in Deutschland lebt, durchaus kapiert zu haben. Und womöglich wird der Wechsel in eine andere Region den 27Jährigen weiter reifen lassen. "Mein Ziel war es immer, bei einem großen Bundesligaverein zu spielen", freut er sich auf die Herausforderung. Dass der Wechsel mit einer deutlichen Gehaltsaufbesserung einhergeht, ist mehrfach willkommen. Schließlich unterstützt da Silva mit dem Geld auch Teile der Familie in Rio de Janeiro. Darunter seine Mutter, die einst mit nach Deutschland gekommen war, inzwischen aber wieder in der Heimat lebt. |
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Auf einen wie ihn warten sie sehnsüchtig. Wenn Antonio da Silva in diesem Sommer vom "kleinen" 1. FSV Mainz 05 zum "großen" VfB Stuttgart wechselt, hat er eine große Aufgabe im Gepäck.



