| Veh setzt alles auf eine Karte |
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| Beigesteuert von Ralf | |
Es sind diese Momente, die aus Hauskatzen Tiger machen. Und aus normalen Trainern harte Hunde. Wenn’s um Wohl und Wehe der eigenen Existenz geht. Wie bei Armin Veh, der zur Halbzeit ein Donnerwetter ungeahnten Ausmaßes auf die Seinen runterprasseln ließ.
Blitz und Donner - allen voran gegen Ludovic Magnin und Christian Tiffert, dem Veh sogar mit Worten wie "das ist die letzte Chance" drohte. "Normalerweise halte ich nichts davon. Es ist pädagogisch wenig sinnvoll", sagt der Coach, "doch diesmal war es notwendig." Besonders für ihn persönlich. Kurz vor der Entscheidung, ob er über Juni 2006 hinaus auf der VfB-Bank sitzen darf, setzt der 45-Jährige alles auf eine Karte, legt sich offen mit Leistungsverweigerern an und gewinnt damit weiter Profil. Pluspunkte für die Entscheidungsfindung, zumal seine Elf aus einem 0:2 und 1:3 noch ein 3:3 machte. "Bewundernswert, wie die Mannschaft nicht aufgegeben hat. Der Trainer hat sie in der Halbzeit sehr gut eingestellt", sagt Teammanager Horst Heldt. Ungeachtet dessen wird sich, was Vehs Zukunft angeht, "vor Mittwoch nichts tun". Die bis dahin anberaumten Gespräche der Verantwortlichen werden nicht leicht. Zumal die Meinungen auseinandergehen. Für Veh spricht, dass er bei den Spielern - vielleicht mit Ausnahme unzufriedener Reservisten - hohes Ansehen genießt. "Wir arbeiten gut zusammen", sagt Silvio Meißner stellvertretend für den Rest, "hoffentlich auch nächste Saison." Vehs Führungsstil kommt gut an, sein Training auch, Defizite im spielerischen wie Kraft- und Ausdauerbereich werden langsam aufgearbeitet (deutlich zu sehen in Hannover). Dass er auch unpopuläre Maßnahmen nicht scheut, wie z. B. die Rückversetzung des zuletzt schwachen Markus Babbel auf die Bank, unterstreicht, dass er unbeirrt seinen Weg gehen will - wenn man ihn lässt. Das steht vor allem in Frage, weil Veh sowohl von VfB-Boss Erwin Staudt als auch Aufsichtsratschef Dieter Hundt kritisch gesehen wird. Hannover war nur die eine Seite der Medaille, sportliche Bankrotterklärungen wie u. a. gegen Berlin oder Leverkusen (je 0:2) haben auch Zweifel genährt. Die Bosse in der Zwickmühle. Der Markt gibt nicht viel her, lediglich Ralf Rangnick wäre momentan frei, andere wie Christoph Daum (bis 2007 bei Fenerbahce) sind gebunden, polarisieren zudem intern wie extern. Und bei Favorit Jürgen Klopp muss die Entwicklung in Mainz abgewartet werden. Sowohl der VfB (Heldt: "Ich habe nicht mit ihm geredet.") als auch der FSV-Coach ("Ich verlängere doch nicht im Januar bis 2008, um jetzt von Bord zu gehen.") dementieren Kontakte - die es nach kicker-Informationen aber gab. Wen wundert’s: Auch im Abstiegskampf geht’s um die Existenz. |
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Es sind diese Momente, die aus Hauskatzen Tiger machen. Und aus normalen Trainern harte Hunde. Wenn’s um Wohl und Wehe der eigenen Existenz geht. Wie bei Armin Veh, der zur Halbzeit ein Donnerwetter ungeahnten Ausmaßes auf die Seinen runterprasseln ließ.



