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Friday, 30 July 2010
 
 
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«Totalschaden» beim VfB - Horst Heldt droht Spielern mit Rauswurf PDF Drucken E-Mail
Beigesteuert von Ralf   
ImageNach dem Tiefpunkt einer ohnehin verkorksten
Saison wird beim Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart mit eisernem
Besen gekehrt. Im Sommer soll die Mannschaft «ein neues Gesicht
erhalten», sagen Trainer Armin Veh und Teammanager Horst Heldt
unisono. Doch noch ist die Runde nicht beendet und vor dem nächsten
Auswärtsspiel ausgerechnet beim FC Bayern München am 3. Mai fordert
Nationaltorwart Timo Hildebrand von seinen Kollegen: «In den letzten
drei Spielen müssen wir noch versuchen, Versöhnungsarbeit zu
leisten.»
Heldt, kaum mehr als 100 Tage im Amt, muss nun den harten Hund
spielen und das fällt dem Ex-Profi anscheinend nicht schwer. «Wenn
nun einer die Saison als beendet ansieht, schmeiß ich ihn raus»,
kündigte er nach der endgültig verpassten UEFA-Cup-Teilnahme an. Nach
dem blamablen 0:2 (0:0) gegen Eintracht Frankfurt, der fünften
Heimniederlage in dieser Saison, ist die öffentliche Kritik
vernichtend. «Sportlichen Totalschaden», vermeldete die «Stuttgarter
Zeitung» (Montag-Ausgabe). «Schämt euch, ihr Versager», titelte
«Bild» und definierte den Begriff VfB neu: «Verein für Bequeme».

Für die «Stuttgarter Nachrichten» ist der Tabellen-Achte «ein Team
ohne Zukunft». Pech nur für die Verantwortlichen, dass bis auf
Danijel Ljuboja (Leihgabe von Paris St. Germain) und Kapitän Zvonimir
Soldo, der vor einem Wechsel zum 1. FC Köln steht, alle Profis
Verträge bis mindestens 30. Juni 2007 haben.

Trotzdem ist Heldt davon überzeugt, dass er einige Spieler von
einem Wechsel überzeugen kann. «Ich gehe davon aus, dass alle Fußball
spielen und nicht auf der Tribüne sitzen oder bei den Amateuren
eingesetzt werden wollen», sagte er in der SWR-Fernsehsendung «Sport
im Dritten» am Sonntagabend. «Wir haben eine klare Vorstellung davon,
wer nächste Saison noch bei uns ist und wer keine große Rolle mehr
spielt.» Als Neuzugang hat sich der VfB zwar den brasilianischen
Mittelfeldspieler Antonio da Silva vom FSV Mainz 05 geangelt. Doch
angesichts der sportlichen Misere, so Heldt, «wird es vielen
Spielern, mit denen wir in Kontakt stehen, nun nicht leicht fallen,
zum VfB zu kommen».

Trainer Veh, der vier Tage nach seiner Vertragsverlängerung von
seinen Spielern im Regen stehen gelassen wurde, steckt in dem
Dilemma, nicht alle Profis verdammen zu können, weil er in der
nächsten Saison mit einigen von ihnen die Wende schaffen muss. «Es
ist nicht so, dass die Mannschaft schlechte Charaktere hat», meinte
der 45 Jahre alte Nachfolger von Giovanni Trapattoni einerseits. Im
Rückblick auf die Vorstellung gegen Frankfurt stellte er aber auch
fest: «In ein paar Aktionen fehlte einfach das Herzblut.» In der
neuen Runde werde jedenfalls ein anderer Wind wehen - «von Anfang an.
Da verpasse ich keine Sekunde.»
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