| Pleite trotz Führung |
|
|
|
| Beigesteuert von Ralf | |
FC Bayern München - VfB Stuttgart 3:1 Der VfB ging beim Südgipfel in der Münchner Allianz-Arena zwar durch Danijel Ljuboja früh mit 1:0 in Führung, unterlag dem designierten Meister am Ende aber trotzdem mit 1:3. Roque Santa Cruz, Claudio Pizarro und Bastian Schweinsteiger sorgten letztlich für den Sieg der Bayern. Weniger in personeller als vielmehr in taktischer Hinsicht veränderte VfB-Cheftrainer Armin Veh seine Startformation beim Bundesliga-Gastspiel in München gegen den FC Bayern im Vergleich zur 0:2-Niederlage am Spieltag zuvor gegen die Frankfurter Eintracht. Veh setzte auf ein 3-5-2-System, in das Markus Babbel zurückkehrte und zusammen mit Fernando Meira und Matthieu Delpierre den Abwehrverbund bildete. Im Mittelfeld durfte derweil wieder Christian Tiffert von Beginn an ran. Er spielte gemeinsam mit Jesper Grønkjær den offensiven Part vor Jubilar Zvonimir Soldo, der zum 300. Mal im VfB-Trikot auflief und wie gewohnt zentral vor der Abwehr agierte. Andreas Hinkel und der junge Andreas Beck rückten unterdessen von den Außenverteidigerpositionen etwas nach vorne und komplettierten die Fünferreihe im Mittelfeld. Kein Platz in der Anfangself war im Vergleich zum letzten Spiel derweil für Silvio Meißner und Thomas Hitzlsperger, die beim Anpfiff auf der Bank Platz nehmen mussten. Die Hausherren begannen schwungvoll und waren bemüht, von Beginn an Druck aufzubauen. In Folge einer Ecke herrschte zunächst ein Durcheinander in der VfB-Defensive und die Hintermannschaft der Veh-Elf brachte den Ball nicht aus der Gefahrenzone, doch die Bayern konnten die kurzzeitige Verwirrung trotz zweier aussichtsreicher Gelegenheiten zum Torabschluss nicht nutzen. Auf VfB-Seite bemühte sich Andreas Hinkel als Erster, das Münchner Tor in Gefahr zu bringen, sein Schuss aus 20 Metern nach einem Eckball wurde aber abgeblockt. Knapper ging es bei einem abgefälschten Distanzschuss von Danijel Ljuboja zu, der sich gefährlich auf das Tordach senkte und Oliver Kahn im Münchner Kasten beinahe in Verlegenheit gebracht hätte. Die fällige Ecke hob Christian Tiffert nach sechs Minuten in den Strafraum und fand den Kopf des gänzlich ungedeckten Danijel Ljuboja, der aus Nahdistanz zur frühen 1:0-Führung des VfB einnicken konnte. Bayerns Antwort ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Ein Vorstoß von Lucio wurde in der elften Minute nicht energisch genug gestört, so dass der Brasilianer in Richtung VfB-Strafraum stürmen konnte. Weder Zvonimir Soldo noch Markus Babbel waren in der Lage, den Münchner Verteidiger entscheidend zu stören, so dass der Ball letztlich vor den Beinen von Roque Santa Cruz landete, der mit einem Schuss aus 20 Metern ins linke untere Eck VfB-Schlussmann Timo Hildebrand keine Chance ließ und zum 1:1-Ausgleich traf. Gegentore kurz vor und nach dem Pausenpfiff Die VfB-Defensive war auch nach einer guten Viertelstunde noch nicht auf Ballhöhe, denn nach einer Hereingabe von der linken Seite rutschten gleich drei Spieler in den grauen Trikots am Ball vorbei, so dass Bastian Schweinsteiger von der Strafraumgrenze aus zum Abschluss kam, die Kugel dabei aber über die Querlatte des Tores schoss. Owen Hargreaves versuchte es nach 20 Zeigerumdrehungen mit einem direkt auf das Tor gezogenen Freistoß von der linken Seite, setzte den Ball aber nur auf das Tordach, so dass Timo Hildebrand nicht eingreifen musste. In den folgenden Minuten plätscherte die Partie vor sich hin, ohne große Highlights zu bieten. Ein Distanzschuss des jungen Andreas Beck, der in den Armen von Oliver Kahn landete, war noch mit das Aufregendste, was es Mitte der ersten Hälfte zu sehen gab. Da auch Bayern nicht allzu viel gelang, spielte sich das Geschehen meist zwischen den Strafräumen ab und Torchancen waren entsprechend Mangelware. So verfehlte zum Beispiel auch ein Distanzschuss des ehemaligen VfB-Spielers Philipp Lahm nach 38 Minuten das Ziel. Zwei Minuten vor dem Halbzeitpfiff sollte dann aber doch noch etwas passieren. Owen Hargreaves wurde nicht angegriffen und konnte vom rechten Flügel ungehindert in die Mitte flanken, wo Claudio Pizarro schneller reagierte als sein Bewacher Markus Babbel und aus Nahdistanz zum 2:1-Halbzeitstand vollendete. Timo Hildebrand war wiederum ohne Abwehrchance. Zum zweiten Durchgang kam beim VfB Ludovic Magnin für Christian Tiffert ins Spiel, Bayern kam mit denselben elf Spielern zurück auf den Platz. Bereits Sekunden nach Wiederbeginn zeigte sich die VfB-Abwehr erneut schläfrig und kassierte das dritte Gegentor. Einen Freistoß von Lucio aus zentraler Position konnte Roy Makaay nahezu ungehindert auf Bastian Schweinsteiger ablegen, dessen Distanzschuss Timo Hildebrand zwar noch mit den Fingerspitzen berührte, einen Einschlag im Tor aber nicht verhindern konnte. Tomasson mit der besten VfB-Chance Da der VfB auch in der Folge nicht in die Zweikämpfe kam, hatten die Bayern leichtes Spiel und schnürten die Veh-Elf danach in der eigenen Hälfte ein. Allerdings fehlte dem Spiel der Münchner zu oft der Nachdruck und die Präzision. So legte sich Zé Roberto nach einer Stunde die Kugel in halblinker Position beispielsweise zu weit vor und Timo Hildebrand konnte Schlimmeres verhindern. Nach 62 Minuten ersetzte Armin Veh dann den emsigen Andreas Beck durch Angreifer Mario Gomez, um neuen Schwung ins Spiel zu bringen. Ein Freistoß von Danijel Ljuboja wurde in der Folgezeit von einem Münchner Abwehrbein geblockt, so dass Oliver Kahn nicht einzugreifen brauchte, der nur wenig später an einer Freistoßflanke von Jesper Grønkjær vorbeisegelte, was Mario Gomez eine Kopfballgelegenheit einbrachte, die der Angreifer freilich ungenutzt ließ. An der Münchner Dominanz änderte sich unterdessen wenig. Bayern machte allerdings nicht mehr als notwendig und war im Offensivspiel nicht mehr konzentriert genug, weshalb die Münchner auch immer wieder das Abspiel zur rechten Zeit verpassten und ins Abseits liefen. Der VfB kam vor allem dann zu Chancen, wenn die Bayern im Defensivverhalten zu nachlässig agierten. So ließ Jon Dahl Tomasson Mitte der zweiten Hälfte die große Chance zum Anschlusstor liegen, als der Däne nach einer Flanke seines Landsmannes Jesper Grønkjær im Strafraum frei zum Abschluss kam, da ein Münchner Verteidiger unter der Kugel durchgesprungen war, aber der Schuss des VfB-Angreifers war zu schwach und stellte Oliver Kahn vor keine Probleme. Eine Viertelstunde vor Schluss wechselte Felix Magath schließlich zum ersten Mal aus und ersetzte Roque Santa Cruz durch Mehmet Scholl. Der Ex-Nationalspieler stand kaum auf dem Platz, als Bastian Schweinsteiger beherzt aus der Distanz abzog und nur die Lattenoberkante des VfB-Tores traf. Auf der anderen Seite versuchte sich Mario Gomez ebenso aus der Distanz, fand aber nur die auffangbereiten Arme Oliver Kahns. Wenig später raubte Schiedsrichter Lutz Wagner Danijel Ljuboja eine brauchbare Chance, als er den Serben in halblinker Position zu Unrecht zurückpfiff, da er den VfB-Angreifer im Abseits wähnte, was freilich nicht der Fall war. Andreas Ottl kam fünf Minuten vor dem Abpfiff auf Bayern-Seite noch zu einem Kurzeinsatz und ersetzte den Torschützen zum 3:1, Bastian Schweinsteiger. Dass der VfB nicht noch einen vierten Treffer kassierte, hatte man Claudio Pizarro zu verdanken, der einen Pass von Willy Sagnol kurz vor Schluss völlig freistehend über das Tor drosch und somit noch eine hundertprozentige Chance liegen ließ. Trotz einer frühen 1:0-Führung verstand der VfB es nicht, den Münchnern in ihrem Stadion entscheidend Paroli bieten zu können. Weil die Veh-Elf nicht bissig genug in die Zweikämpfe ging, kam Bayern schnell zum Ausgleich. Danach plätscherte die Partie auf schwachem Niveau lange vor sich hin, ehe zwei individuelle Aussetzer kurz vor und nach der Pause für klare Verhältnisse sorgten. Bayern hatte danach leichtes Spiel und brachte den Sieg sicher nach Hause. |
| < zurück | weiter > |
|---|

FC Bayern München - VfB Stuttgart 3:1 


