| "Lahm? Kenne ich nicht!" |
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| Beigesteuert von Ralf | |
In Stuttgart soll er es links allen recht machen. Arthur Boka (23) weckt große Erwartungen und wird schon mit einem seiner Vorgänger verglichen. Gegen die Amateure von Alemannia Aachen gab er im DFB-Pokal sein Debüt im Stuttgarter Dress. Zwar vollbrachte er noch keine Heldentaten - es war aber durchaus ein gelungener Auftakt des Mannes von der Elfenbeinküste. Mit Vorschusslorbeeren sind alle immer schnell bei der Hand. Überall, wenn es gilt, Neuzugänge zu präsentieren. Egal ob in Hamburg, Dortmund, Berlin oder Stuttgart. Beim VfB, wo sie schon des öfteren das eine oder andere Überraschungsei angekündigt hatten, die Schokolade dazu sich aber hinterher als äußerst bitter herausstellte. Bei Sasa Markovic, in dem Ex-Trainer Winfried Schäfer "den neuen Overmars" sah. Bei Emanuel Centurion, den Felix Magath für einen "Mini-Maradona" hielt. Zwei, die zu den größten Irrtümern und Enttäuschungen der Vereinsgeschichte zählen. Jetzt blicken alle erwartungsfroh auf Arthur Boka (23), den Zwei-Millionen-Euro-Einkauf von Racing Straßburg. In Teilen der Medien als "Roberto Carlos Afrikas" angekündigt. Von Stuttgarts Teammanager Horst Heldt mit seinem berühmten Vor-Vorgänger in eine Güteklasse gesteckt, weil er "wie Philipp Lahm geschickt im Zweikampf" sei. Ein Vergleich mit dem deutschen WM-Helden, den der Nationalspieler der Elfenbeinküste nicht teilen mag, besser: nicht kann. "Lahm?" Braune Augen, fragend in die Runde blickend. "Kenne ich nicht", sagt Boka, der auf den Hinweis "der kleine, deutsche Linksverteidiger" zur Erkenntnis kommt: "Ach ja, habe ich schon mal gehört. Aber das Gesicht dazu fällt mir nicht ein." Der Münchner, der mit 1,70m und 62kg seinem Stuttgarter Pendant - mit 1,66m kleiner, dafür mit 67kg schwerer - körperlich wirklich ähnlich ist, wird es verschmerzen. Spätestens am 13.Spieltag, Mitte November, dürften sich die beiden begegnen. Bis dahin kann sich Boka, der die Bundesliga und den VfB "in Straßburg in der Sportschau" verfolgt hat, via TV ein genaueres Bild von dem machen, was sie von ihm erwarten. "Ich bin mir der Verantwortung bewusst", sagt der 23-Jährige, der privat eher ruhig und zurückhaltend daherkommt. "Aber auf dem Platz kann ich ganz anders sein." Nämlich schnell, trickreich, immer mit dem Sinn für den Vorwärtsgang, wenn er über den linken Flügel gute Flanken schlägt. Wie auch bei der WM zum Teil gezeigt. Bei der Elfenbeinküste gehörte Boka zur Stammformation, verpasste keine Minute und kam auf einen kicker-Notenschnitt von 3,67. Die Folge einer 5, die er sich beim 1:2 gegen die Niederlande einfing, als Robin van Persie und Arjen Robben, ausgerechnet in Stuttgart, wie Brummkreisel um ihn herumwirbelten. Gegner und Stadion hinterließen einen bleibenden Eindruck. "An diesem Tag ging einiges schief. Aber das Stadion, die Kulisse, das alles hat mich bestärkt in meiner Entscheidung für den VfB." Auch, weil der zweite interessierte Bundesligist, der HSV, sich gegen ihn und für Juan Pablo Sorin entschied. "Schade", findet das Guy Demel, der Boka aus der Nationalmannschaft kennt. "Ich hatte mich auf ihn gefreut, er hätte gut nach Hamburg gepasst. Arthur ist ein super Junge. Er wird sich in der Bundesliga durchsetzen." In Stuttgart, wo der gläubige Katholik mit dem Hang zur Mode auf Alexander Farnerud trifft, "einen sehr guten Freund", mit dem er bei Racing Straßburg zusammengespielt hat. Neben dem er in der Kabine sitzt. Ein Stück Vertrautheit in der neuen Umgebung. Weit weg von der Ehefrau, die mit dem dreijährigen Töchterchen noch in Nantes wohnt. Weg vom 29-jährigen Bruder, der ebenfalls in Nantes lebt und kellnert. Von der 38-jährigen Schwester, die in Genf Hausfrau ist, und vom jüngeren Bruder Patrick, der, 21 Jahre jung, in der dritten Mannschaft von Racing in den Niederungen von Frankreichs Fußball kickt. Sie alle unterstützt er ebenso wie die Eltern, die wegen der Flugangst der Mutter nie die ivorische Hauptstadt Abidjan verlassen. Der Vater, heute Rentner und früher Abteilungsleiter einer Busfirma, hat ein Auge auf die finanziellen Aktivitäten des Sohnes in der Heimat. Wo Boka in Abidjan ein Hotel besitzt. Wohin er alte Autos, die er in Europa aufkauft, verschifft. "Ich versuche, meine Familie wo immer es geht zu unterstützen", sagt der 23-Jährige, der sich desweiteren Gedanken macht, mit welchen sozialen Projekten er Kindern in seiner Heimat helfen könnte. "Es gibt viel zu tun", sagt Boka, dessen erstes Ziel beim VfB ein bescheidenes ist: "Ich will Publikumsliebling werden. So wie ich es in Beveren und Straßburg war." Wie "mein Vorbild" Roberto Carlos bei Real Madrid - was wiederum automatisch Erwartungen schürt. |
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In Stuttgart soll er es links allen recht machen. Arthur Boka (23) weckt große Erwartungen und wird schon mit einem seiner Vorgänger verglichen. Gegen die Amateure von Alemannia Aachen gab er im DFB-Pokal sein Debüt im Stuttgarter Dress. Zwar vollbrachte er noch keine Heldentaten - es war aber durchaus ein gelungener Auftakt des Mannes von der Elfenbeinküste. 


