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Veh und Heldt - große Perspektiven, neue Gefahren PDF Drucken E-Mail
Beigesteuert von Ralf   
ImageArmin Veh erlebt derzeit seine schönsten Tage, seit er am 10. Februar dieses Jahres beim VfB Stuttgart sein Amt antrat. Ein "Goldener Oktober" (zwei Heimsiege, zwei Auswärtsremis) beförderte sein Team tabellarisch von Rang 11 auf 4. Aus der "Übergangslösung" (Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Hundt im April) ist nach zähen Monaten mit Zweifeln und Hoffnungen ein angesehener Sportchef geworden.

Man erkenne deutlich die Handschrift des Trainers, sagt Dr. Hundt jetzt. Dafür gab es am Montag warmen Applaus bei der Mitgliederversammlung für den Coach, Kritik wegen der Wankelmütigkeit für den Funktionär. Vehs System greift. Die Gründe:

Die Ruhe nach dem Fehlstart: Weder Präsident Staudt noch Hundt gossen durch kritische Kommentare Öl ins Feuer, als der Saisonstart missriet (0:3 gegen Nürnberg). Veh konnte in Ruhe weiterarbeiten. Teammanager Horst Heldt, der Veh geholt hat, stand wie eine Eins hinter dem Trainer. Das Duo geht seinen Weg.

Die Einkaufspolitik: Fünf Volltreffer im Sommer. Boka, Hilbert und da Silva, vor allem aber die Mexikaner Osorio und Pardo sind spielprägende Stammspieler. Farnerud ist wegen einer Sehnenverletzung im Knie noch nicht zu beurteilen.

Die Jugendarbeit: Vor einem Vierteljahr kannte Serdar Tasci und Sami Khedira außerhalb Baden-Württembergs kaum jemand. Und auch im "Ländle" gehörten die Namen nicht zum fußballerischen Grundwissen. Die 19-Jährigen stehen stellvertretend für eine neue Generation der ganz jungen Wilden. Dazu zählen auch Gomez, Gentner und Beck. Ergebnis einer traditionell herausragenden Nachwuchsarbeit.

Die Gleichbehandlung: Das alles würde nichts nützen, wenn der Trainer den Jungen nicht das Vertrauen schenken würde. Veh reagierte schnell auf schwache Vorstellungen von Stars wie Tomasson und Babbel, ließ lieber den Nachwuchs ran und wurde für diesen Mut belohnt. Wäre es schiefgegangen, wäre der Aufschrei riesig gewesen.

Die Mischung: "Die jungen Spieler sind frech und lassen sich nicht einschüchtern", sagt Veh, "und die Erfahrenen lenken sie." Nationalspieler wie Pardo (30), Osorio (26) und Boka (23), sowie Spielmacher da Silva (28) oder Abwehrspieler Delpierre (25) bilden ein Gerüst, auf dem sich die Talente austoben können. Dabei fehlt permanent Fer-nando Meira (28, Wade), der eigentlich als Leitfigur auserkoren war.

Schneller als erwartet hat der VfB wieder ein Team mit Perspektive. Bis auf Khedira haben alle Talente langfristige Verträge. Die neuen Gefahren: Wenn Rückschläge, die sicher kommen, dazu führen, die Ruhe zu verlieren. Und wenn die Jung-Profis Begehrlichkeiten anderer Vereine wecken, sich dadurch Flausen in den Kopf setzen lassen. Von der ersten "Generation jung und wild" ist nur noch Timo Hildebrand da

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