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Friday, 30 July 2010
 
 
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Der Absturz Problemsuche beim VfB PDF Drucken E-Mail
Beigesteuert von Ralf   
Image0:2 gegen Hannover. Meister Stuttgart am Boden. Wo liegen die Probleme des VfB? Ein Bild wie in der Meistersaison. Armin Veh und Horst Heldt umringt von personifizierter Neugier. Inmitten von Journalisten. Mit dem Unterschied, dass sich Trainer und Manager diesmal unangenehmen Fragen ausgesetzt sehen.

Nach den Gründen des Niedergangs eines Meisters, der nur ein einziges Mal in der Bundesliga-Historie nach neun Spieltagen schlechter dastand als der VfB heute: 1966/67 1860 München mit umgerechnet nur sieben Zählern auf Rang17.

Mit der Geschichte ist es so eine Sache. Beim VfB wiederholt sie sich jedenfalls. Wie schon nach den Titeln 1984 und 1992 können die Schwaben die Gunst der Stunde offensichtlich nicht nutzen. Der Euphorie folgt mal wieder die Enttäuschung. Jammer nach dem Jubel. Erst die Schale, dann der Salat - wie es der kicker bereits im Juni 2007 beschrieb. Und heute stellt sich die Situation schlimmer dar als je zuvor. 1984/85 stand der VfB nach neun Spieltagen auf Rangzehn (mit 13 Zählern nach der Dreipunkteregel). Wie in der Endabrechnung. 1992/93 war Stuttgart sogar Fünfter (15 Punkte), wurde schließlich Siebter.

Heldt und Veh stehen vor ihrer wohl schwersten Bewährungsprobe und vielschichtigen Problemen:


Die Neuzugänge sind keine Verstärkungen: Schäfer mit Licht und Schatten, Bastürk dauerverletzt; Rekordeinkauf Marica noch nicht integriert; Ewerthon nach Gewichtsproblemen erst im Kommen; Gledson mehr Ergänzung als Verstärkung. Heldt: "Die Neuzugänge haben noch nicht eingeschlagen wie vorgesehen."


Das Verletzungspech zieht sich durch die Saison, verhinderte, dass Veh seine Wunschformation aufbieten konnte. Die Spieler sind auf unterschiedlichen Leistungsniveaus. Die Automatismen fehlen. Der Kader wirkt wegen der Ausfälle zu klein, was Heldt nicht so sieht: "Es war nicht damit zu rechnen, dass wir so viele Leistungsträger verlieren."


Die Leistungsträger sind außer Form. Ob Schäfer, Meira, Tasci, Gomez, Hilbert oder Khedira - Konzentrationsmängel und individuelle Fehler verhindern eigene Treffer und begünstigen Gegentore. Dazu treten konditionelle Schwächen auf, wie in den englischen Wochen zu sehen ist. "Vielleicht haben wir die Belastung unterschätzt", so der Trainer.


Die Stimmung leidet unter den Erlebnissen und Ergebnissen. Spieler wie Tasci und Khedira (beide 20) stehen erstmals so stark unter Druck und in der Kritik. Die Lockerheit des Vorjahres ist verflogen. "Wenn du mit diesen Erwartungen in die Saison gehst, beginnt man irgendwann zu grübeln", sagt Veh. "So geht es fast allen Spielern. Je öfter man verliert, desto schwieriger wird es." Aber, man könne "auch aus so einer Situation als junger Spieler lernen". Des Trainers Fazit: "Es ist eine große Herausforderung, das wieder zu drehen. Dazu müsse die Mannschaft "wieder frisch werden und negative Dinge aus den Köpfen bekommen". Um das zu erreichen, müsse man "jetzt viel reden".

Und dann handeln. Denn es gilt mehr als nur eine Saison zu retten. Wenn dem VfB nicht die Wende zum Guten gelingt, zumindest garniert mit einem internationalen Startplatz für 2008, droht ein weitreichender Schaden. Der Verlust von Aushängeschildern wie Mario Gomez (22), Sami Khedira oder Serdar Tasci (beide 20). Ein Ausverkauf, der trotz frühestens 2009 auslaufender Verträge kaum zu verhindern sein wird. Stuttgart müsste beim Wunsch, ein Topteam zu stellen, wieder von vorn anfangen. Ein Szenario, das es ebenfalls schon öfter in der VfB-Historie gab.

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