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Umbau Mercedes Benz Arena PDF Drucken E-Mail
Beigesteuert von Thorsten   
ImageStuttgart - Die Planer können die beiden großen Herausforderungen beim Umbau der Mercedes-Benz-Arena, die Tieferlegung und die Dachvergrößerung, meistern. Das haben sie am Dienstag dem Technikausschuss versichert.

Der Erste Bürgermeister Michael Föll (CDU) und die Chefs der Stadiongesellschaft, Martin Rau von der "In Stuttgart" und Stefan Heim vom VfB Stuttgart, haben mit den Angaben der Planer und Projektsteuerer Optimismus versprüht: Vom Dach bis zu den Kosten habe man alles im Griff. Den Stadträten gefällt die Planung, sie bezweifeln jedoch, dass es bei den genehmigten 60 Millionen Euro bleiben wird. Föll hob hervor, dass durch die Umplanung das Fassungsvermögen auf 60.000 Zuschauer gesteigert werde. Dadurch erhöhe sich die Chance auf ein Länderspiel oder ein Pokalfinale. Außerdem verbesserten sich die Einnahmenpotenziale für den VfB Stuttgart.


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Vielzahl von Kiosken und eine Kneipe

Der Bundesligist wird in der neuen Cannstatter Kurve seinen Fans auf verschiedenen Ebenen eine Vielzahl von Kiosken sowie eine Kneipe bieten. Der Abstand zum benachbarten Carl-Benz-Center, in dem sich ebenfalls Kioske befinden, vergrößert sich durch das Heranrücken der neuen Kurve ans Spielfeld. Das sei nicht von Schaden, hieß es am Dienstag. Dadurch bekomme man wenigstens eine breite Zufahrt für die Rettungsfahrzeuge. Heute sei die Situation "etwas beengt".

Ursprünglich war in der Kurve eine kompakte Mantelbebauung geplant, in der beispielsweise der Betreiber des Hotels im Carl-Benz-Center gerne weitere Zimmer untergebracht hätte. Die Investition, die wohl eine ansprechende Rendite erzielt hätte, könne sich die Stadiongesellschaft nicht leisten, erklärte Heim und verwies auf den Kostendeckel. Hinter der Tribüne bleibt aber Platz, um später noch bauen zu können. "Ein Museum, oder eine Kapelle", so die Planer.

Spielfeld wird um 1,30 Meter tiefer gelegt

Das Spielfeld kann, wie ursprünglich vorgesehen, um 1,30 Meter tiefer gelegt werden. Dadurch gewinnt man im Bereich der Haupttribüne fünf Reihen hinzu, wobei drei entfernt und acht neu gebaut werden; auf der Gegengeraden gibt es sechs neue Reihen. Künftig gebe es nur noch in diesem Bereich sichtbehinderte Plätze. Die Fans, die dort sitzen, sehen die Außenlinie nicht. Aber sie würden keine nassen Füße bekommen, hieß es am Dienstag. Man kommt zwar dem Grundwasser sehr nahe, aber unters Spielfeld werde eine Folie verlegt, wie das auf Erd- oder Mülldeponien gängig sei. Sie verhindere, dass Grundwasser über die Drainage des Rasens abfließe, und dass es durch Dünger verunreinigt werde. Dieses "alltägliche Produkt" ermögliche, dass künftig Glykol statt Wasser durch die Schlangen der Rasenheizung fließe - das spare Energiekosten.

Weil er wegen des größeren Daches weniger belichtet wird, muss der Rasen künftig vermutlich häufiger ausgewechselt werden. Abwarten, meinte Finanzbürgermeister Föll. Von Mitte 2011 an müsse den Austausch nicht mehr die Stadt bezahlen, sondern der Stadionbetreiber VfB, der in der Vergangenheit häufig am Rasen herumgemäkelt hatte. "Vermutlich wird künftig häufiger der Trainer gewechselt als der Rasen."

Tribünen rücken näher an die Tore heran

Der Lichteinfall reduziert sich deshalb, weil die Tribünen näher an die Tore heranrücken und an das ovale Dach innen eine weitere Dachhaut aus PVC-beschichtetem Polyestergewebe angebracht wird. Sie wird gehalten von Seilen, die wie Speichen wirken und zwischen dem äußeren Druck- und dem inneren Zugring gespannt sind. Alte und neue Plane überlappen sich, so dass die Zuschauer nicht nass werden, und die Planen unabhängig voneinander ausgetauscht werden können. Das bestehende Dach ist 15 Jahre alt; man ging von einer 20-jährigen Haltbarkeit aus. Derzeit sieht es aber so aus, dass es noch länger genutzt werden könnte.

Ursprünglich war daran gedacht, ein Spinnennetz über das Dach zu legen und daran die Plane sowie einen Videowürfel zu befestigen, der hoch über der Mittellinie gehangen hätte. Jetzt bleibt es bei zwei Videowänden am Dach der Kurventribünen. Sie werden allerdings um etwa ein Drittel kleiner als die bestehenden, die die größten Europas sind. Da aber die Fans künftig rund 50 Meter näher an den Tafeln sitzen als heute, sei dies akzeptabel, glauben die Planer.

Quelle: Stuttgarter Zeitung

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