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ImageVier Kandidaten für rechte Abwehr

Christian Gross schwankt. Das passiert selten, weil der Trainer normalerweise ganz genaue Vorstellungen davon hat, in welcher Besetzung er seine Mannschaft auf das Feld schickt. Das war von seinem ersten Arbeitstag an beim VfB Stuttgart so. Seitdem änderte Gross eigentlich nur dann etwas, wenn ihn Verletzungen oder Sperren dazu gezwungen haben - mit einer Ausnahme. Auf der rechten Abwehrseite wechselten sich Stefano Celozzi, Khalid Boulahrouz und Ricardo Osorio ab. Für die nächste Saison werden die Karten nun neu gemischt, wobei noch ein vierter Kandidat hinzukommen wird: Patrick Funk, der vielleicht sogar die besten Perspektiven besitzt. Aber der Reihe nach.

Stefano Celozzi (21):
Der im Sommer für eine Ablöse von zwei Millionen Euro aus Karlsruhe verpflichtete Verteidiger kam bis jetzt immerhin auf 21 Einsätze und ist in den Augen von Gross die Nummer eins auf dieser Position. Allerdings erwies sich Celozzi als ziemlich verletzungsanfällig. Nicht zu übersehen sind zudem seine Schwächen in der Defensive und im Zweikampfverhalten, wodurch schon einige Gegentore entstanden sind. Allerdings sieht Gross noch Steigerungsmöglichkeiten und traut Celozzi eine positive Entwicklung zu. Immerhin gehört er momentan zur deutschen U-21-Nationalmannschaft. "Er ist ein junger Kerl, der noch Konstanz reinbringen muss", sagt der Manager Horst Heldt, "aber das weiß er selbst. Denn er ist sehr ehrgeizig und lernfähig."

Ricardo Osorio (30):
Der Mexikaner war ein fester Bestandteil der Meisterelf von 2007, aber danach ging es rapide bergab. In dieser Runde kam er nur fünfmal zum Zug - zuletzt am Freitag in Bochum, wo er sich verletzte. Das dürfte der Abschiedsauftritt von Osorio gewesen sein, dessen Vertrag endet. Ein Angebot hat ihm der VfB nicht unterbreitet. Er sucht bereits seit Längerem einen neuen Club - wobei seine Gehaltsvorstellungen potenzielle Interessenten wie den FC Villarreal aus Spanien abschrecken. Obwohl er in den vergangenen Monaten meist auf der Ersatzbank saß, fordert Osorio eine Jahresgage von 1,5 Millionen Euro - netto. Für diese Summe ist der Verteidiger kaum vermittelbar. Beim VfB verdient er auch 1,5 Millionen - aber brutto und inklusive der Prämien.

Khalid Boulahrouz (28):
Der Niederländer hat das Pech, dass Serdar Tasci und Matthieu Delpierre in der Innenverteidigung gesetzt sind. Auch Georg Niedermeier rangiert in der Hierarchie noch vor Boulahrouz, der deshalb auf die von ihm eigentlich ungeliebte rechte Seite ausweichen muss, wenn er überhaupt eine Gelegenheit auf Einsatzzeiten haben will. In dieser Saison war das nicht oft der Fall - nur sechs Partien mit 496 Spielminuten stehen auf seinem Konto. Seine Aussichten dürften sich so schnell nicht entscheidend verbessern. In der Winterpause hat sich Boulahrouz trotzdem nicht ernsthaft mit einem Vereinswechsel beschäftigt, was sich nun aber ändern könnte. Das hängt aber von der Nachfrage ab - und diesbezüglich gibt es im Augenblick noch kein Signal.

Patrick Funk (20):
Das Talent aus der zweiten Mannschaft hat Gross überzeugt, als er kürzlich bei den Profis vorspielen durfte und auch ein paar Mal im Aufgebot stand. Noch in dieser Woche soll ein Gespräch stattfinden - wohl mit dem Resultat, dass Funk in der nächsten Saison in den Bundesligakader übernommen wird. Wenn nicht, hat er angesichts seines bis 2012 laufenden Vertrags bereits die Zusage, auf Leihbasis gehen zu können - was laut Heldt nicht geschehen wird. "Patrick rückt auf", sagt der Manager, "er ist der Nächste, der bei uns diese Chance bekommt. Die muss er dann nutzen." Eigentlich ist Funk im defensiven Mittelfeld zu Hause, doch hinten rechts ist der Einstieg für ihn leichter - wie unlängst bei Christian Träsch, der ebenfalls so angefangen hat. Funk hat in dieser Saison bei 30 Einsätzen in der dritten Liga fünf Tore erzielt. Er ist Kapitän des Teams und hat schon Erfahrung, nachdem er von der U 15 bis zur U 20 alle DFB-Auswahlmannschaften durchlaufen hat.
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