| Schieber räumt Planstelle im Sturm |
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| Beigesteuert von Thomas Zabojszcz | |
![]() Einen alten Baum verpflanzt man nicht – Julian Schieber kennt den tieferen Sinn dieses Sprichwortes genau. Schließlich betreiben seine Eltern in Weissach eine Baumschule. Bezogen auf seine Karriere ist der 21-jährige Spross des Hauses aber noch ein zartes Pflänzchen. Und so soll Schieber – nach dem Willen des VfB und zum Wohle des U-21-Nationalspielers – mit Beginn der neuen Saison für geraume Zeit umgetopft werden. "Wir haben noch zwei Spiele in der Bundesliga und konzentrieren uns auf unser Ziel, das Erreichen der Europa League", sagt Schieber, "danach werden wir in Ruhe die Zukunft besprechen." Allerdings hat auch der junge Stürmer mit dem strammen Linksschuss die Signale aus dem Vorstandszimmer des Managers Horst Heldt bereits empfangen. Und die bringen deutlich zum Ausdruck, dass der Angreifer mit dem Gardemaß von 1,86 Metern zur nächsten Saison an einen anderen Verein ausgeliehen werden soll. Beim VfB hat Julian Schieber noch einen Vertrag bis Sommer 2012. Nun ist der junge VfB-Profi mit dem Faible für Laub- und Obstbäume, Rhododendren oder Kletterpflanzen ("Im Betrieb meiner Eltern gibt es immer viel Geschäft – da habe ich einiges mitbekommen") ein Stürmer von besonderer Güteklasse. Also soll er daher möglichst bei einem Erstligisten weitere Bundesligaerfahrung sammeln. "Julian zählt in seiner Altersklasse zu den absoluten Ausnahmetalenten", sagt sein Berater über den jungen Mann, der für die U-21-Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) unter seinem alten Stuttgarter Amateurtrainer Rainer Adrion in vier Spielen drei Tore erzielte. Es ist kein Wunder, dass sich beim VfB bereits einige Interessenten wegen Schieber gemeldet haben. Darunter befinden sich der 1. FC Nürnberg sowie der Zweitligist Greuther Fürth – aber auch der 1. FC Kaiserslautern, der seit dem Wochenende als Aufsteiger in die Bundesliga feststeht, ist ein potenzieller Kandidat. "Grundsätzlich kann auch eine Ausleihe Sinn machen", sagt Julian Schieber, der seiner künftigen Entwicklung aber nicht vorgreifen will, "man sammelt Spielpraxis und kehrt dann gestärkt zurück." Bei 17 Bundesligaspielen, drei Toren und zwei Vorlagen steht die Bilanz des Stürmers, der über die Stationen SV Unterweissach und TSG Backnang erst im letzten A-Junioren-Jahr – also relativ spät – zum VfB kam. Nach zwölf Einwechslungen in der Rückrunde der Vorsaison verlief die erste komplette Bundesligaspielzeit für Julian Schieber antizyklisch. Als der VfB in der Vorrunde in der Abstiegszone herumkrebste, spielte Schieber unter dem Exteamchef Markus Babbel regelmäßig – und zählte zu den besseren Akteuren in einem schwachen VfB- Sturm. Dann übernahm Christian Gross Anfang Dezember und setzte fortan auf das Duo Pawel Pogrebnjak und Ciprian Marica sowie später auf den zunächst verletzten Cacau. Schieber kam unter Gross in drei Partien auf 57 Bundesligaminuten. Er ist darüber enttäuscht, aber nicht verbittert. "Der neue Trainer kam mit einem neuen Konzept. Mit dem lief es dann – und ich war raus. So einfach ist das", sagt Schieber. Weil Gross auf das Duo Pogrebnjak/Marica setzt und Cacau gehalten werden soll, muss Schieber die vierte Planstelle im Sturm frei machen. Schließlich ist sich der Club mit Martin Harnik, 22, einig. Dass eine Ausleihe erfolgreich sein kann, sieht man an der Entwicklung des österreichischen Nationalspielers. Von Bremen nach Düsseldorf ausgeliehen, steht er zurzeit bei zwölf Saisontoren für die Fortuna. Quelle: www.stuttgarter-zeitung.de |
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