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Wednesday, 08 February 2012
 
 
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Heldt-Nachfolge: Bobic gegen Müller PDF Drucken E-Mail
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Am Tag danach dachte Erwin Staudt an die Zukunft. Der VfB-Präsident ging mit dem Finanzvorstand Ulrich Ruf und dem Sportdirektor Jochen Schneider in Klausur, um zu überlegen, wie es nach dem bevorstehenden Abgang von Horst Heldt weitergehen soll. Der Manager hatte am Mittwoch erklärt, dass er zum FC Schalke gehen will. Dort könnte er nach StZ-Informationen rund drei Millionen Euro verdienen - und damit doppelt so viel wie in Stuttgart. Noch verweigert der VfB jedoch aus taktischem Kalkül die Freigabe. Denn der Poker um die Ablöse hat begonnen, und Staudt, Ruf sowie Schneider suchen bereits den Nachfolger von Heldt. Offenbar gibt es einen Kreis von vier Kandidaten - mit den Favoriten Fredi Bobic und Andreas Müller an der Spitze.
Bobic (38) war am Donnerstagmorgen noch in Frankfurt, wo er an einer WM-Sponsorenaktion teilgenommen hat. Anschließend fuhr er nach Salach bei Göppingen, wo am Abend ein Spiel der Stuttgarter Traditionsmannschaft stattfand, für die Bobic regelmäßig aufläuft. Nach der Kontaktaufnahme am Mittwoch nutzte die Vereinsführung des VfB diesen Anlass für ein weiteres Gespräch mit Bobic, der seine Vorstellungen erläuterte.

Sein momentaner Job als Manager des bulgarischen Erstligisten Chernomorets Burgas wäre dabei kein Hindernis. Denn der Club mit dem Trainer Krassimir Balakov hat schon signalisiert, dass er die Freigabe erteilen würde. Bobic würde auch ins Stuttgarter Anforderungsprofil passen. Er ist ein alter VfBler mit 148 Bundesligaeinsätzen zwischen 1994 und 1999 - und er hat zudem anschließend eine breitgefächerte Ausbildung absolviert, angefangen von einem Praktikum bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) über Hospitanzen bei Clubs im Ausland bis zu Einweisungen ins Mediengeschäft. Während dieser Zeit hat er zweimal ein Managerangebot von Hannover 96 abgelehnt, aber beim VfB würde er sicher Ja sagen.

Hat Bobic die notwendigen Beziehungen?


Die Frage, die sich Staudt und seine Kollegen stellen, lautet allerdings, ob Bobic auch über die notwendigen Beziehungen verfügt. Das ist ein entscheidender Faktor bei der Transferpolitik - und da will der VfB nichts riskieren, vor allem nicht in der momentanen Phase, in der die Weichen für die neue Saison gestellt werden müssen.

So wägen die Verantwortlichen um Erwin Staudt das Für und Wider der Bewerber ab. Ein wichtiges Kriterium wird auch sein, wie sich Bobic bei dem Treffen am Donnerstag präsentierte und welche Vorstellungen und Ziele er für den Fall der Fälle hätte. Passt das zum VfB - oder passt es nicht?

Von der Antwort hängen auch die Aussichten von Andreas Müller (47) ab, der wie Bobic eine enge Verbindung nach Stuttgart hat. Er spielte 111-mal für den VfB, ehe er 1987 nach Hannover und im Jahr darauf zum FC Schalke wechselte. Als er dort seine aktive Karriere im Sommer 2000 beendete, stieg er direkt ins Management des Clubs ein - als eine Art Lehrling unter Rudi Assauer. Im Mai 2006 trat er dessen Nachfolge an. Ein Amt, das er zunächst erfolgreich ausübte. Die Probleme kamen später - vor allem nach der Verpflichtung des holländischen Trainers Fred Rutten.

Müller gilt als Fachmann


Schalke rutschte in die Krise, die Müller nicht stoppen konnte. Das fließt jetzt auch in die Beurteilung beim VfB als negatives Merkmal mit ein. Aber Müller hat sein Handwerk von der Pike auf gelernt und gilt als Fachmann mit einem großen Netzwerk. Am 9. März wurde er auf Schalke beurlaubt. Seither ist er ohne Job.

Doch egal, ob nun Bobic, Müller oder ein Außenseiterkandidat beim VfB den Zuschlag erhält: die Zeit drängt. Denn klar ist inzwischen, dass der (Noch-)Manager Horst Heldt auf dem Clubgelände nicht öffentlich in Erscheinung treten wird, wenn der Trainer Christian Gross seinen Kader ohne die sechs WM-Fahrer am Freitag um zehn Uhr in der ersten Einheit der neuen Saison zum Laktattest bittet. Abends fährt der VfB dann ins erste von drei Trainingslagern ins Schweizer St. Moritz - erneut ohne Heldt, der allerdings noch in Stuttgart zum Dienst erscheinen wird, bis die Auflösung seines bis 2013 datierten Vertrages geregelt ist.

Heldts Abgang beim VfB ist neben dem Tempo, in dem der Club bei der Nachfolgersuche vorankommt, vor allem eine Frage des Geldes. Doch die im Raum stehenden 1,5 Millionen Euro Ablöse sollten - zumindest nach Heldts eigenem Urteil - für den FC Schalke kein Problem darstellen. Schließlich sei gerade die höhere Wertschätzung, die man ihm vonseiten der Königsblauen entgegenbringe, neben den Verdienstmöglichkeiten ein Hauptgrund für den Tapetenwechsel des 40-Jährigen.

So beklagte Heldt zuletzt beim VfB, er könne seinen Vorstandsposten nicht ausreichend mit Inhalten füllen, weil ihm dazu der Handlungsspielraum fehle. Daher sah Heldt nun den idealen Zeitpunkt für den Absprung gekommen. Schließlich stehe die Mannschaft in weiten Teilen. Für alles weitere seien die nötigen Kontakte geknüpft - so dass der Nachfolger übernehmen könne.

Quelle: stuttgarter-zeitung.de
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