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Labbadia mit Akribie und Ausdauer PDF Drucken E-Mail
Beigesteuert von Thomas Zabojszcz   
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Das Vormittagstraining dauert bereits mehr als zwei Stunden, im Clubhaus dampft das Essen servierfertig vor sich hin. Für den Nachmittag hat der VfB-Cheftrainer bereits die nächste Einheit angesetzt - doch Bruno Labbadia hat um 12.15 Uhr noch immer nicht genug. Während er das Gros der Spieler gerade zum Duschen geschickt hat, hängt der 44-Jährige im kleinen Kreis mit den Youngstern Sven Schipplock, Daniel Didavi und Patrick Funk noch eine kleine Zusatzeinheit in direktem Passspiel dran.

"Die geringe Anzahl von nur zwölf Punkten aus der Vorrunde kommt ja nicht von ungefähr", sagt Labbadia wenig später, "also müssen wir mehr tun als die anderen." Beim VfB haben sich die Spieler sehr schnell an diesen Leitsatz ihres neuen Chefs gewöhnt - und daran, dass sie inzwischen viel weniger Freizeit haben. Denn Bruno Labbadia liebt seinen Trainerberuf, was auch daran zu erkennen ist, dass seit den Zeiten von Felix Magath kein Übungsleiter die Spieler an der Stuttgarter Mercedesstraße derart auf Trab gehalten hat, wie es der gebürtige Darmstädter nun tut.

"Bereitschaft sowie Engagement sind da"

Auch wenn er es öffentlich nicht kommentieren mag, so ist es inzwischen kein Geheimnis mehr, dass der neue Chef mit den Ausdauerwerten der VfB-Profis, die der Laktattest am 29. Dezember nach der kurzen Weihnachtspause geliefert hat, nicht zufrieden gewesen ist. Auch deshalb hätte Labbadia gerne etwas mehr Zeit zur Vorbereitung gehabt, doch er weiß, "dass ich den Terminplan natürlich so nehmen muss, wie er ist". Immerhin, das bescheinigt der Trainer seinen Akteuren, hätten alle bisher gut mitgezogen. "Wir haben von den Jungs viel gefordert", sagt der zweifache Vater, dessen Familie noch in Hamburg lebt, "die Bereitschaft sowie das Engagement sind da gewesen."

Vor dem Bundesliga-Rückrundenstart am Samstag in der heimischen Arena gegen den FSV Mainz 05 hat Labbadia, der für Mittwoch erneut zwei Trainingseinheiten angesetzt hat, das Korsett seiner Startelf bereits gefunden. "Ich beziehe immer auch die letzten Trainingseindrücke mit ein", sagt der ehemalige Stürmer (103 Bundesligatore) zwar. Dennoch steht vor allem Labbadias Mittelachse schon jetzt fest: Sie setzt sich zusammen aus dem Torhüter Sven Ulreich, den Innenverteidigern Serdar Tasci und Matthieu Delpierre, den zentralen Mittelfeldspielern Christian Träsch und Zdravko Kuzmanovic sowie aus den beiden Stürmern Cacau und Pawel Pogrebnjak.

Auf den Außenpositionen ist der Konkurrenzkampf derweil noch in vollem Gange. Während sich in der Viererkette Cristian Molinaro und Arthur Boka auf links sowie Patrick Funk und Philipp Degen auf rechts um den Platz in der Startelf streiten, heißen die Kandidaten für die Position im linken Mittelfeld Christian Gentner und Daniel Didavi. Rechts hat Timo Gebhart, der nach seinem Außenbandriss im Sprunggelenk gestern wieder voll mitmachen konnte, die Nase deutlich vor Mauro Camoranesi. Entscheidend ist, ob der Memminger bis Samstag den Trainingsrückstand halbwegs aufholen kann.

Gewinner und Verlierer

Während sich der junge Stürmer Sven Schipplock ("Er macht Druck auf die anderen - das ist gut so", sagt Labbadia) nicht nur wegen seiner drei Testspieltore im Trainingslager zu den Gewinnern der Vorbereitung zählen kann, gibt es auch einen Verlierer: Es ist der defensive Mittelfeldmann Mamadou Bah. "Er war dabei, sich in die Mannschaft zu spielen, denn Christian Träsch kann auch im rechten Mittelfeld sehr wertvoll sein", sagt der VfB-Trainer. Doch in der Testpartie gegen Labbadias Exclub Greuther Fürth (3:1) zog sich der Afrikaner einen Innenbandriss im linken Knie zu - und wird nun bis Mitte März fehlen.

Pluspunkte hat Zdravko Kuzmanovic gesammelt, der sich derzeit in guter Form präsentiert und der daher im Zweikampf mit Christian Gentner um die zweite Sechser-Position neben dem gesetzten Träsch vorne liegt. Weiter die Nummer eins ist Sven Ulreich. Doch der 22 Jahre alte Schlussmann muss seine Form nach den schwachen Spielen gegen Bayern München wieder stabilisieren, will er verhindern, dass vor der Schließung des Wintertransfermarktes am 31. Januar nicht noch eine ernste Torwartdiskussion aufkommt.

Mit dem vom ihm vielfach propagierten geschlossenen Auftreten der Mannschaft ist Bruno Labbadia derweil zufrieden. "Ob die möglichen Grüppchen im Team zusammenhalten oder nicht, wird sich erst zeigen, wenn es ernst wird", sagt der VfB-Cheftrainer, "denn über eines muss man sich im Klaren sein: Die Zeiten der elf Freunde sind im Profifußball längst vorbei."
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