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VfB Stuttgart - FC Middlesbrough 1:2

Der VfB unterlag im Hinspiel der dritten UEFA-Cup-Runde trotz einer vor allem im ersten Durchgang ansprechenden Leistung mit 1:2. Die Tore von Jimmy Floyd Hasselbaink und Stuart Parnaby wirkten wie Genickschläge für die Veh-Elf. Danijel Ljubojas Anschlusstor kam zu spät.
Auf fünf Positionen veränderte VfB-Trainer Armin Veh seine Anfangself im UEFA-Cup-Hinspiel der dritten Runde gegen den FC Middlesbrough im Vergleich zur 1:2-Niederlage in der Bundesliga am vergangenen Samstag in Bielefeld. Martin Stranzl rückte von der Innenverteidigung auf die rechte Seite und nahm den Platz von Andreas Beck ein, der nur auf der Bank saß. Für Stranzl spielte Fernando Meira wieder im Deckungszentrum. Sein freier Platz im Mittelfeld ging an Silvio Meißner. Zudem ersetzte Heiko Gerber als Linksverteidiger den am Sonntag in der Liga gelb-gesperrten Ludovic Magnin. Anstelle von Christian Tiffert und Christian Gentner durften im Mittelfeld Jesper Grønkjær und der wieder genesene Thomas Hitzlsperger auf den Außenpositionen ran. Zudem spielte Danijel Ljuboja für Mario Gomez im Sturm zusammen mit Jon Dahl Tomasson.
Eine gute halbe Stunde vor dem Anstoß der Partie sorgte kurzfristig ein Feueralarm für Aufregung im weiten Rund. In der Küche der Stadiongastronomie war Wasserdampf aufgestiegen und hatte den Alarm ausgelöst, was dazu führte, dass die wenigen Zuschauer, die zu diesem Zeitpunkt schon auf ihren Plätzen waren, kurzfristig ihre Sitze wieder räumen mussten. Nach wenigen Minuten war aber die Gefahr gebannt und dem pünktlichen Anpfiff der Partie stand somit nichts mehr im Wege. Keine zwei Minuten waren dann gespielt, als der VfB bereits die erste Großchance hatte. Ein Ballverlust von George Boateng brachte am rechten Strafraumeck Danijel Ljuboja ins Spiel, doch den Schuss des VfB-Angreifers konnte Mark Schwarzer noch zur Ecke lenken. Die Elf von Trainer Armin Veh blieb das aktivere Team und kam nach neun Minuten zu einer weiteren Gelegenheit. Jon Dahl Tomasson spielte mit seinem Sturmpartner Danijel Ljuboja Doppelpass und suchte danach in zentraler Position aus 20 Metern den Abschluss, aber Mark Schwarzer griff sicher zu. Wenige Sekunden später flankte Jesper Grønkjær von der rechten Seite und im Zentrum kam Danijel Ljuboja einen Schritt zu spät. Auch Matthieu Delpierre hatte nach einem engagierten Lauf in Richtung FC-Tor kein Glück, denn sein Distanzschuss verfehlte das Ziel letztlich weit. Der VfB blieb am Drücker und nach einem Steilpass von Fernando Meira passte Danijel Ljuboja von der rechten Seite flach ins Zentrum, wo Jon Dahl Tomasson den Ball per Direktschuss knapp am kurzen Pfosten vorbeisetzte.
Schock durch Hasselbaink

Auch nach 18 Minuten fehlte nicht viel zu einem Torerfolg. Jesper Grønkjær flankte vom rechten Flügel und Danijel Ljuboja traf an der Fünfmeterraumlinie zum Entsetzen der VfB-Fans die Kugel nicht richtig, so dass eine weitere Großchance ungenutzt blieb. Statt 1:0 hieß es nach 20 Minuten zur Überraschung aller 0:1. Fernando Meira schoss unbedrängt 25 Meter vor dem eigenen Tor den Ball George Boateng an den Rücken. Von dort prallte die Kugel in den Lauf von Jimmy Floyd Hasselbaink, der freie Bahn hatte und mit einem knallharten Schuss Timo Hildebrand zum mehr als überraschenden 0:1 überwinden konnte. Zwei Minuten nach der Führung holte sich "Boros" österreichischer Verteidiger Emanuel Pogatetz für ein Foul an Jesper Grønkjær seine dritte gelbe Karte im laufenden Wettbewerb ab, so dass der Ex-Leverkusener im Rückspiel in einer Woche gesperrt sein wird und zusehen muss. Mit der Führung im Rücken trauten sich die zu Beginn der Partie nur defensiv ausgerichteten Engländer mehr zu und begünstigt durch einen Stellungsfehler in der VfB-Abwehr war es wenig später wieder Jimmy Floyd Hasselbaink, der in Richtung Tor von Timo Hildebrand unterwegs war, aber letztlich noch vom aufmerksamen Matthieu Delpierre eingebremst wurde. Auf der anderen Seite versuchte sich Thomas Hitzlsperger Mitte der ersten Hälfte mit einem Distanzschuss, verfehlte das Tor von Middlesbrough dabei aber weit. Wesentlich knapper ging es bei einem Schuss von Zvonimir Soldo in Minute 36 zu, der nur haarscharf am linken Pfosten des Gäste-Tores vorbeistrich. Und auch drei Zeigerumdrehungen später fehlte nicht viel, als ein Schuss von Jon Dahl Tomasson nach Flanke von Jesper Grønkjær gerade noch von Chris Riggott geblockt wurde und Gareth Southgate im Anschluss zur Ecke klärte. Diese wurde von der FC-Verteidigung nur unzureichend geklärt, doch Heiko Gerbers Distanzschuss ging in die Wolken. Eine Minute vor der Pause war es dann noch einmal Danijel Ljuboja, dem sich die Chance zum Ausgleich bot. Doch seinen Schuss aus zwölf Metern blockte ausgerechnet Jon Dahl Tomasson ab, so dass es mit einem aus VfB-Sicht mehr als unglücklichen 0:1-Rückstand in die Kabinen ging.
Während die Gäste unverändert zum zweiten Durchgang auf den Platz zurückkehrten, war VfB-Coach Armin Veh zu einem Wechsel gezwungen und musste den an der Wade angeschlagenen Martin Stranzl durch Andreas Beck ersetzen.

Zweites Gegentor gleich nach Wiederbeginn

Keine sechzig Sekunden waren im zweiten Durchgang gespielt, als der VfB einen weiteren Rückschlag verkraften musste. George Boateng setzte sich am rechten Flügel durch, drang in den Strafraum ein und passte klug zurück auf Stuart Parnaby, der freistehend den Ball am chancenlosen Timo Hildebrand vorbei unter die Latte zum 2:0 für die Gäste versenkte. Dieses zweite Gegentor verunsicherte die Veh-Elf immens und "Boro" hatte fortan leichtes Spiel. So konnte Jimmy Floyd Hasselbaink nach 56 Minuten nahezu mühelos an Matthieu Delpierre vorbeiziehen und aus spitzem Winkel den Abschluss suchen. Nur der in dieser Situation hellwache VfB-Schlussmann Timo Hildebrand verhinderte einen dritten Einschlag und packte auch wenig später bei einem Schuss von Stewart Downing sicher zu. Die Verunsicherung des VfB kam nach etwas mehr als einer Stunde wieder einmal zum Ausdruck, als Jon Dahl Tomasson im Strafraum ein Zuspiel seines Landsmannes Jesper Grønkjær versprang und somit eine weitere Möglichkeit nicht genutzt wurde. Armin Veh reagierte wenig später und verstärkte mit der Einwechslung von Mario Gomez für Thomas Hitzlsperger die Offensive. Auch Gäste-Coach Steve McClaren vollzog danach den ersten Wechsel und brachte für Stewart Downing Adam Johnson ins Spiel. Auf dem Spielfeld tat sich in dieser Phase der Partie reichlich wenig, so dass nur weitere Wechsel für etwas Abwechslung sorgen konnten. Christian Gentner kam zwölf Minuten vor Schluss für Silvio Meißner und eine Zeigerumdrehung später ersetzte Jason Kennedy beim FC Middlesbrough George Boateng. Der engagierte Jesper Grønkjær konnte wenig später mit einer Flanke auf den Kopf von Danijel Ljuboja wenigstens wieder einmal annährend für Torgefahr sorgte, doch Mark Schwarzer im Tor der Engländer war zur Stelle und packte sicher zu. Der letzte Wechsel der Partie fand in Minute 83 statt. Aiyegbeni Yakubu kam für Torschütze Jimmy Floyd Hasselbaink ins Spiel. Ein Freistoß vier Zeigerumdrehungen vor dem Ende sorgte schließlich noch für den 1:2-Anschlusstreffer und einen kleinen Funken Hoffnung. Danijel Ljuboja drosch die Kugel aus 18 Metern ins linke untere Eck und konnte zum Endstand verkürzen. In den Schlussminuten landete ein Kopfball von Mario Gomez schließlich in den Armen von Mark Schwarzer und Timo Hildebrand musste sich bei einem Rochemback-Schuss strecken. Bereits in der Nachspielzeit handelte sich Fernando Meira noch eine gelbe Karte ein, so dass auch der Portugiese im Rückspiel zum Zuschauen verdammt sein wird.

Der VfB zeigte eine engagierte erste Hälfte und erspielte sich gleich mehrere brauchbare Chancen, die freilich allesamt vergeben wurden. Mit dem ersten Schuss und begünstigt durch einen individuellen Fehler in der VfB-Defensive gingen die Gäste nach 20 Minuten sehr glücklich in Führung, was einen Bruch im VfB-Spiel zur Folge hatte. Mit dem schnellen zweiten Treffer nach der Pause war dann bereits eine Vorentscheidung gefallen. Durch das späte Anschlusstor wurde wenigstens noch ein kleiner Funke Hoffung für das Rückspiel erhalten.

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